Fernando Alonso kehrt zum Rennstall Renault zurück, für den er 2005 und 2006 den WM-Titel geholt hatte. Der Spanier hatte sich mit McLaren-Mercedes überworfen und kehrt zu seinem Entdecker Flavio Briatore zurück. Auch das zweite Cockpit beim französischen Rennstall ist vergeben.

Nur etwas mehr als eine Woche will Fernando Alonso (26) für seine Partnerwahl benötigt haben, dann war „für mich total klar, dass es das ist, was ich will“. Seit Montag ist offiziell, dass der ehemalige Weltmeister aus Spanien ab sofort wieder beim Renault-Team unter Vertrag steht. Im Auto des französischen Herstellers war er 2005 und 2006 zum WM-Titel gerast. Eine stattliche Zahl dürfte ihm die Entscheidung erleichtert haben. Alonso soll die Rückkehr mit einem Jahresgehalt von 35 Millionen Euro versüßt werden, berichtet die spanische Zeitung „El Mundo“.

Der Automobil-Weltverband Fia hatte sich am vergangenen Donnerstag unfreiwillig als Kuppler betätigt. Mit dem Verzicht auf eine Sanktion gegen Renault nach der Anhörung wegen Spionagevorwürfen war der Weg für den noch zaudernden Alonso frei. Dass er die Übereinkunft auf seiner Homepage vermelden durfte, ehe der Rennstall eine Presseerklärung veröffentlichte, ist ein kleiner Hinweis auf seinen künftigen Status unter Teamchef Flavio Briatore. An Alonso werden die Rechte eines Nummer-eins-Fahrers vergeben. Seine Gleichstellung mit Lewis Hamilton bei McLaren-Mercedes hatte ihn in der abgelaufenen Saison zur Weißglut getrieben und die Trennung von den Silberpfeilen eingeleitet.

Er werde sich von Beginn an wohl fühlen, versprach Briatore dem Heimkehrer. Der Italiener, der Alonso einst persönlich managte, ergänzte: „Fernando kennt das Team, und er weiß, wie wir arbeiten.“ Seiner Arbeit an der Rennstrecke wird Alonso erstmals wieder vom 22. bis 24. Januar in Valencia nachgehen. Dann darf er den Renault R28 testen.

Über die Vertragsdauer machten beide Seiten keine Angaben. Um sie wurde am härtesten gefeilscht. Alonso wollte sich nur für ein Jahr binden, Renault den Starpiloten aber für drei Jahre verpflichten. Herausgekommen ist dem Vernehmen nach ein Zweijahresvertrag mit einer Ausstiegsklausel für Alonso. Denn klammheimlich soll er ja immer noch hoffen, ab 2009 bei BMW oder Ferrari unterzukommen. Davon war gestern nicht die Rede. „Ich bin froh, zu Renault zurückzukehren. Nun ist es an der Zeit, für uns ein neues Kapitel zu beginnen.“

Die Rolle seines Steigbügelhalters übernimmt ab 2008 Nelson Piquet junior, der sein Formel-1-Debüt am 16. März 2008 mit dem Großen Preis von Australien in Melbourne feiern wird. Der Sohn des brasilianischen Ex-Weltmeisters Nelson Piquet, der am 25. Juli 1985 in Heidelberg geboren wurde und schon mit Nico Rosberg in Monte Carlo die Grundschulbank teilte, bestritt dieses Jahr regelmäßig Testfahrten für Renault. Damit geht Renault nach einer verkorksten Saison 2007 mit einer neuen Fahrerpaarung an den Start. Giancarlo Fisichella aus Italien hofft nach einer Probefahrt für das Force-India-Team vergangene Woche in Jerez auf ein Cockpit beim Hinterbänkler, Heikki Kovalainen aus Finnland darf noch mit einem Engagement beim japanischen Toyota-Rennstall liebäugeln.

Alonsos Ziel ist es, näher an die Podestplätze heranzukommen. „Denn Renault musste dieses Jahr mehr als genug ertragen“, sagte er in Anspielung auf die miserable Konstruktion des R27 und schickte noch einen letzten Gruß an sein ehemaliges Team McLaren: „Im vergangenen Jahr hatte ich die gleiche Aufgabe. Ich bin optimistisch, dass das wieder gelingen kann.“