Di 22 Jan 2008
Ebay-Chefin Whitman plant den Rückzug
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Sie hat Ebay zu dem gemacht, was es heute ist: Die US-Amerikanerin Meg Whitman leitet das Handelsportal seit 1998. Einem Zeitungsbericht zufolge steht diese Ära nun vor dem Ende. Demnach plant Whitman den Abschied und kümmert sich bereits um einen Nachfolger.
Die Chefin des Internet-Auktionshauses Ebay, Meg Whitman, bereitet einem Zeitungsbericht zufolge ihren Ruhestand vor. Bereits in ein paar Wochen wolle die Vorstandsvorsitzende ihren Hut nehmen, meldete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen.
Whitman hat demnach bereits Teile des Tagesgeschäfts an Mitarbeiter delegiert und ist damit beschäftigt, Pläne für ihre Nachfolge abzuschließen. Als neuer CEO habe der Präsident der Auktionssparte, John Donahoe, die besten Karten. Ein Ebay-Sprecher wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.
Whitman hatte vor fast genau zehn Jahren, im März 1998, die Führung des damals noch jungen Auktionshauses mit gerade einmal 30 Angestellten übernommen, das im September 1998 an die Börse ging. Heute beschäftigt eBay 15000 Mitarbeiter und zählt weltweit 248 Millionen registrierte Nutzer. Nach Jahren des kräftigen Wachstums hatte eBay zuletzt allerdings an Tempo verloren. Zudem stellte sich heraus, dass für Skype im Jahr 2005 mit 2,6 Milliarden Dollar zu viel bezahlt wurde. Im dritten Quartal 2007 verbuchte der Konzern zwar ein Umsatzplus von 30 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar. Sonderabschreibungen im Zusammenhang mit Skype drückten eBay jedoch tief in die roten Zahlen: Das Unternehmen schrieb in dem Vierteljahr einen Verlust von 935,6 Millionen Dollar gegenüber einem Gewinn von 280 Millionen Dollar ein Jahr zuvor.
Quelle: Welt.de
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Januar 26th, 2008 at 14:40
Der neue Chef des Internetmarktplatzes Ebay, John Donahoe, will mit einer Gebührensenkung neue Verkäufer auf die Auktionsplattform locken. Damit will er dem schwächelnden Kerngeschäft mehr Wachstum entlocken.Nur kleinere Geschäftssegmente wie Paypal und Skype konnten im abgelaufenen Quartal kräftig zulegen. Das Ergebnis im vierten Quartal und ein trüber Geschäftsausblick enttäuschten die Anleger. Im laufenden Quartal rechnet das Unternehmen mit einen Umsatz von etwa 2 Mrd. $. Analysten hatten rund 100 Mio. $ mehr erwartet. Der Aktienkurs gab um mehr als sechs Prozent auf 27,13 $ nach.
Ebay-Chefin Meg Whitman nutzte die Vorlage der Quartalszahlen, um ihren schon früher angekündigten Rücktritt jetzt für Ende März bekannt zu geben. “Kein Unternehmenschef sollte länger als zehn Jahre amtieren”, sagte die Unternehmerin, die seit 1998 an der Spitze von Ebay steht und zu den erfolgreichsten Managern der Internetbranche zählt. Donahoe hatte Whitman bereits vor 20 Jahren bei der Unternehmensberatung Bain & Co. kennen gelernt.
2005 holte die 51-Jährige ihren Nachfolger in das Unternehmen. Donahoe ist seit Februar 2005 für das Auktionsgeschäft verantwortlich, doch bisher konnte er keine strategischen Entscheidungen ohne Whitman treffen. Nun hinterlässt sie ihrem nur vier Jahre jüngeren Vorstandskollegen einen der schwierigsten Jobs der Branche. Seit drei Quartalen stagniert die Zahl der aktiven Nutzer bei rund 83 Millionen. Die Zahl der neu zur Auktion angebotenen Produkte hat im vergangenen Jahr nur um vier Prozent gegenüber 2006 zugelegt.
Analysten wie Tim Boyd vom Beratungsunternehmen American Technology Research führen das auf zu hohe Gebühren zurück. “Allein für das Anbieten von Produkten müssen oft schon 4 $ bezahlt werden, für Großhändler war das durchaus kostspielig”, sagte Boyd. Darauf reagiert Ebay nun. Die Einstellgebühren für neue Angebote sollen gesenkt und dafür bei einem erfolgreichen Verkauf die Provision erhöht werden, kündigte Ebay an. So sollen mehr Anbieter auf die Seite gelockt werden.
Boyd reicht das nicht. Ebay müsse weg vom “Auktionshausimage” und mehr Produkte zu Festpreisen anbieten. “Die Kunden sind nicht mehr bereit, sechs Tage auf ein Produkt zu warten. Sie wollen ins Netz und sofort kaufen.”
Scott Kessler von Standard & Poor’s Equity Research ist überzeugt, dass Donahoe 2008 die Strategie für die Auktionsplattform deutlich verändern wird. Indiz dafür sei auch, dass Rajiv Dutta, der bisherige Chef des Onlinebezahldienstes Paypal, ab April die bisherige Position von Donahoe übernimmt. “Mit einem frischen Blick werden sie ihr Geschäftsmodell überdenken”, sagte Kessler.
Donahoe hat den Ruf eines umtriebigen Managers, der oft schon um sechs Uhr morgens im Büro anzutreffen ist. Er gilt als guter Zuhörer und als jemand, den Stress nicht aus der Ruhe bringt.
Es gilt als unwahrscheinlich, dass er Whitmans Akquisitionskurs fortsetzt. Sie hatte zuletzt mit Zukäufen für steigende Umsätze gesorgt, dafür allerdings teuer bezahlt. Zu den größten Übernahmen zählen der Internettelefonanbieter Skype und der Onlinebezahldienst Paypal. Skype steigerte die Umsätze im vierten Quartal um 76 Prozent auf 115 Mio. $, Paypal legte um 35 Prozent auf 563 Mio. $ zu. “Wir starten in das Jahr 2008 mit so vielen unterschiedlichen Geschäftsbereichen wie noch nie”, sagte Whitman, die “langfristiges Wachstum” als Hauptziel für dieses Jahr nannte.
Whitman habe Ebay binnen zehn Jahren “von einem kleinen Auktionshaus mit einigen Millionen Dollar Umsatz zu dem größten und mächtigsten E-Commerce-Händler der Welt gemacht”, sagte Analyst Kessler. Im abgelaufenen Quartal erwirtschaftete der Konzern einen Gewinn von 531 Mio. $ - ein Anstieg um 42 Prozent. Auch der Umsatz legte in diesem Zeitraum um 27 Prozent zu und betrug 2,18 Mrd. $.
Quelle:FTD.de