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Studentenportal will Nutzerdaten künftig kommerziell vermarkten

Das Studentenportal StudiVZ will profitabel werden. Zum Jahreswechsel werden die Allgemeinen Geschäftsbedingungen geändert. Künftig sollen die persönlichen Daten aller vier Millionen Mitglieder kommerziell genutzt werden. Datenhandel inklusive.

StudiVZ gilt als eines der erfolgreichsten Projekte des deutschen Mitmachwebs 2.0. Das Portal richtet sich an Studenten und wurde Ende Oktober 2005 nach dem Vorbild des erfolgreichen US-amerikanischen Studentenportals Facebook gegründet. Die Idee zündete auch im deutschsprachigen Raum. Vier Millionen Mitglieder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sich zurzeit bei StudiVZ eingeschrieben und geben dort bedenkenlos ihre persönlichen Daten preis.

Unpolitisch oder Kommunist?

Das studentische Mitmachportal lebt vom Engagement seiner Mitglieder - und von deren Daten. Jedes Mitglied kann sich eine eigene Webseite einrichten, Fotos hochladen, mit anderen Nutzern in Kontakt treten und einen eigenen Freundeskreis aufbauen. In seinem Profil soll sich jeder ausführlich beschreiben - Wohnadresse, Telefon und Handynummer inklusive.

Unpolitisch oder Kommunist? Links, rechts oder grün? Auch die politische Richtung wird penibel abgefragt. Ebenso wie die Interessen, Hobbys und Vereinsmitgliedschaften, dazu die liebsten Filme, Bücher und Musikbands. Auch sein Studienfach und seine Lehrveranstaltungen sollte der Student nach den Vorgaben der Portalbetreiber möglichst detailliert auflisten - kurzum: Wer alle Angaben penibel macht, legt sein Leben zu großen Teilen offen.

StudiVZ finanziert sich bisher über Bannerwerbung. Das große Geld ist damit nicht zu machen. Die Streuverluste dieser Art von Werbung sind zu groß. Erheblich mehr Einnahmen sind mit personalisierter Werbung zu erzielen. Deshalb will man jetzt den größten Schatz versilbern, den das Portal zurzeit besitzt: die detaillierten Lebensdaten seiner vier Millionen Mitglieder.

Daten werden an Dritte weitergegeben

Die Betreiber des Portals, das Anfang des Jahres von der Holtzbrinck Verlagsgruppe für rund 85 Millionen Euro übernommen wurde, haben eine Änderung ihrer Allgemeinen Geschäftsbedingungen sowie des Datenschutzes angekündigt. Einem Teil der vier Millionen Mitglieder wurden diese Änderungen bereits per E-Mail mitgeteilt. Bis zum 27. Dezember soll der E-Mail-Versand abgeschlossen sein.

Heute.de liegt die elfseitige E-Mail vor. Die persönlichen Daten der Nutzer sowie ihr Surfverhalten innerhalb der Webseiten des Portals sollen künftig penibel abgespeichert, analysiert und benutzt werden, um jedes Mitglied mit passgenauer Werbung zu versorgen. Damit nicht genug. Wer weiterhin Mitglied bei StudiVZ bleiben will, muss bis zum 9. Januar eine persönliche Erklärung abgeben, mit der er den neuen Geschäftsbedingungen und den geänderten Datenschutzbestimmungen zustimmt.

“Ich willige ein”, heißt es hier auf Seite 11 der E-Mail, “dass StudiVZ Bestandsdaten und/oder Nutzungsdaten von mir an Dritte weitergibt” - zu Werbezwecken, versteht sich. Denn die detaillierten persönlichen Angaben, die der Nutzer auf seinen Profilseiten macht, sowie sein Surfverhalten auf den Seiten des StudiVZ sind höchst aufschlussreich für die werbungtreibende Wirtschaft. Sie ermöglichen passgenau auf das Mitgliedsprofil zugeschnittene Werbeanzeigen und können folglich lukrativ vermarktet werden.

Werbung auch per SMS

Buch- oder CD-Empfehlungen, Autoversicherungen oder Kosmetik - StudiVZ-Mitglieder werden künftig mit maßgeschneiderter Werbung überschüttet - nicht nur während ihres Aufenthalts auf dem Portal, sondern auch per E-Mail, SMS und Instant Messenger. Dazu wird auf die Angaben zurückgegriffen, die der Nutzer in seinem Profil gemacht hat. So wird etwa die hinterlegte Handynummer für SMS-Werbung benutzt. Wer keine Werbung wünscht, kann dies künftig unter “Privatsphäre” in seinem Profil vermerken. Die Werbung wird dann eingestellt.

Standardmäßig ist die Zustimmung zur Werbung und zur Weitergabe der eigenen Daten an die werbungtreibende Wirtschaft allerdings aktiviert. Auch muss jedes Mitglied den neuen Geschäftsbedingungen ausdrücklich zustimmen. Wer seine Zustimmung verweigert, dessen Mitgliedschaft ruht, bis er sich “eines Besseren” besonnen hat.

Die Daten ihrer Mitglieder sind den Plattformbetreibern offenbar so wichtig, dass sie auch dann nicht gelöscht werden, wenn sich ein Nutzer endgültig aus der Plattform ausklinkt und seine Mitgliedschaft beendet. Andere Mitglieder können die Profildaten des ausgetretenen Mitglieds zwar nicht mehr einsehen. Gelöscht werden seine Daten jedoch nicht. StudiVZ speichert und verwertet sie nach eigenem Ermessen weiter.

“Folgen merkt man erst viel später”

Datenschützer sprechen vom Ausverkauf persönlicher Daten. “Wir haben immer davor gewarnt, sein Privatleben in den Internetportalen zu sehr zu präsentieren”, erklärte Dietmar Müller, Sprecher des Bundesbeauftragten für den Datenschutz, gegenüber Welt online. Hier werde die Unbedarftheit der meist jungen Mitglieder ausgenutzt. “Die Folgen der Einwilligung merkt man dann erst viel später.”

StudiVZ setzt mit seinen neuen Allgemeinen Geschäftsbedingungen auf den mündigen Nutzer, der selbst entscheiden kann, ob und in welchem Umfang er Daten von sich preisgibt. Doch liest sich jeder Nutzer tatsächlich jene elf Seiten Kleingedrucktes von der ersten bis zur letzten Zeile durch? Weiß er wirklich, worauf er sich einlässt, wenn er, um wieder Zugang zu seinem Freundeskreis und seinen eigenen Inhalten im Studentennetzwerk zu bekommen, den geänderten Bedingungen mit einem Mausklick zustimmt?

Das Konzept des mündigen Nutzers ist eine Fiktion. Die Realität sieht völlig anders aus, wie eine Untersuchung des US-amerikanischen “PEW Internet & American Life”-Projekts vom Juli 2005 belegt. Nur jeder vierte befragte Internetnutzer erklärte danach, er lese ellenlange Lizenzbestimmungen immer vom Anfang bis zum Ende durch. Der Rest las sie gelegentlich, selten oder nie.

Tja was soll man dazu nun sagen? Die Mail habe auch ich bekommen…

Jeder muß wissen was er macht und ist für seine Daten verantwortlich.

Meiky

Eine 31-jährige Hamburgerin ist nach Feierabend auf dem Nachhauseweg. Da wird sie von einem Mann beinahe angefahren. Als sie wütend ruft, er solle doch aufpassen, rastet der Autofahrer aus, steigt aus und schlägt brutal auf die Frau ein. Als der Täter endlich von ihr ablässt und mit seinem Auto wegfährt, ruft sie den Notruf 110 – und erntet dort nur Schulterzucken:

Der Beamte, der abhebt, will keinen Streifenwagen schicken. Schließlich sei ja der Täter weg, und ohne Autokennzeichen des Mannes - das würde nichts bringen, sagte er der verängstigten Frau.

Seine dann folgende Bemerkung macht die Frau dann richtig fassungslos: Wenn der Täter wiederkäme, so schlägt der Beamte vor, könne sie ja gerne nochmal anrufen.

Disziplinarverfahren eingeleitet

Auch bei der Polizei Hamburg sorgt das Verhalten des 110-Kollegen für Fassungslosigkeit. “Wir haben ein Disziplinarverfahren gegen unseren Mitarbeiter eingeleitet,” sagte uns ein Polizeisprecher, “so etwas darf absolut nicht passieren.”

Leider gebe es in einem großen Laden wie der Polizei eben auch ein paar schwarze Schafe. Selbstverständlich habe sich die Frau richtig verhalten und selbstverständlich hätte sofort ein Wagen geschickt werden müssen, schon alleine um die Anzeige der Frau aufzunehmen und ihr zu helfen.

Den Anruf der Frau hat die Polizei in der Notrufzentrale mitgeschnitten, das Versagen des 110-Kollegen ist dokumentiert.

Quelle: RTL

de_hr_cms_servlet1.jpgJetzt ist es raus: Lufthansa und Tui wollen ihre Fluggesellschaften Germanwings und TuiFly verschmelzen. Dabei soll auch Eurowings einbezogen werden. Damit würde ein starker Konkurrent für Air Berlin entstehen.

Nach monatelangen inoffiziellen Gesprächen kündigte die britische Tui-Tochter Tui Travel offizielle Verhandlungen mit der Lufthansa an. Der Reisekonzern will seine schwächelnde deutsche Fluglinie TuiFly mit dem Lufthansa-Ableger Germanwings zusammenführen. In die geplante gemeinsame Holdinggesellschaft soll auch die Regionalfluggesellschaft Eurowings einbezogen werden. Eine entsprechende Absichtserklärung sei unterzeichnet worden, allerdings befänden sich die Gespräche in einem frühen Stadium. TuiFly hatte 2007 das Ergebnis der zu 51 Prozent der Tui gehörenden Tui Travel mit rund neun Millionen Euro belastet.

Eurowings gehört der Lufthansa und dem Unternehmer Albrecht Knauf und ist formell Eigentümer von Germanwings. Lufthansa und Tui Travel sollen jeweils 40 Prozent am neuen Gemeinschaftsunternehmen halten, berichtete das “Handelsblatt” schon vor der offiziellen Ankündigung. Eine solche Konstellation hätte zur Folge, dass die Lufthansa einen Teil ihres Kurz- und Mittelstreckengeschäfts aus dem Konzerntarifvertrag lösen könnte.

Sollten die Verhandlungen zum Erfolg führen, würde mit der neuen Gesellschaft ein ernsthafter Konkurrent zum deutschen Billig-Platzhirsch Air Berlin entstehen.

Synergien und Kosten bei Tui Travel steigen
100 Tage nach der Fusion der Tui-Tourismussparte mit dem britischen Veranstalter First Choice teilte Tui Travel weiter mit, die Fusion mit First Choice bringe mehr Einsparungen als erwartet. Bis 2010 sollen die Synergien 150 Millionen Pfund jährlich betragen, 50 Millionen mehr als bislang prognostiziert. Allerdings werden diese Synergien wieder durch höhere Umbaukosten aufgefressen. Diese fallen mit 180 Millionen Pfund 50 Millionen höher aus als bislang erwartet.

Die Buchungssituation bleibe vielversprechend, teilte der größte Reisekonzern Europas weiter mit. Die Buchungen für Sommer 2008 seien in Großbritannien um acht Prozent gestiegen, in Nordeuropa um zwölf Prozent, in Mitteleuropa einschließlich Deutschland um acht Prozent und in Westeuropa um neun Prozent.

Murdoch steigt bei Premiere ein

Bereits seit Monaten wurde der Bezahlsender als Übernahmekandidat gehandelt. Zuletzt gab es Spekulationen um einen Einstieg der Franzosen. Nun ist das Geheimnis gelüftet.

 Medienmogul Rupert Murdoch

Der Bezahlsender Premiere hat den Medienmogul Rupert Murdoch als neuen Großaktionär gewonnen. Ein mit Murdochs News Corp. verbundenes Unternehmen kaufte den Anteil von 14,58 Prozent vom Kabelnetzbetreiber Unitymedia. Der Kaufpreis betrug 17,50 Euro je Aktie, so dass insgesamt 287 Millionen Euro in bar gezahlt wurden, wie Unitymedia am Montag in Köln mitteilte.

Murdoch sieht großes Potenzial für das deutsche Bezahlfernsehen. Der Zeitpunkt für den Einstieg bei premiere seit jetzt ideal, sagte er. Premiere wollte sich zur Änderung der Aktionärsstruktur nicht äußern.

Aktie steigt um bis zu 25 Prozent
“Das ist eine gute Nachricht für die Aktie”, kommentierte ein Händler die Transaktion. Dadurch werde der Weg frei für weitere Anteilskäufe. Tatsächlich schoss die Aktie des Unternehmens um bis zu 25 Prozent in die Höhe.”Das sieht nach einer Übernahme aus”, sagte der Händler.

Übernahmespekulationen hatten die Premiere-Papiere in den vergangenen Monaten immer wieder bewegt. Unitymedia-Chef Parm Sandhu zeigte sich mit dem Verkauf zufrieden und sprach von einem hervorragenden Verkaufserlös Die Unitymedia NRW GmbH hatte den Anspruch auf den wirtschaftlichen Erlös aus den 16,4 Millionen Aktien der Premiere AG im Februar 2007 von arena Sport Rechte und Marketing GmbH erworben.Das Bundeskartellamt hatte der Zusammenarbeit aber nur zähneknirschend zugestimmt und verfügt, dass Unitymedia seinen Premiere-Anteil spätestens bis zum Ablauf der Vereinbarung Mitte 2009 wieder verkaufen müsse.

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